Der FERROFISH A32 und RME auf Tour mit Ellie Goulding

Synthax Audio UK war kürzlich eingeladen, den krönenden Abschluss der Europa-Tournee von Ellie Goulding in der Londoner O2-Arena zu erleben. Vor Ort erzählte MIDI- und Playback-Techniker Will Sanderson, warum er den neuen FERROFISH A32 AD/DA-Wandler und das RME MADIface XT für das Keyboard- und Playback-Rig der Show gewählt hat.

Nachdem sie alle Auftritte in Europa erfolgreich absolviert hat, geht es für Ellie Goulding mit dem zweiten Teil ihrer Welttournee weiter. Auf dem Programm stehen Konzerte in den USA, Australien, Neuseeland und Asien. Dieser fordernde Tour-Plan war der Grund, die Keyboard- und Playback-Ausstattung mit aktueller Technologie von FERROFISH und RME zu verbessern. Das Team suchte nach einer Lösung, die höchste Klangqualität und Flexibilität bietet, aber gleichzeitig den rauen Bedingungen im Tour-Alltag gewachsen ist.

Will Sanderson, der zuständige Techniker für MIDI, Playback und Keyboards während der Tour, spielte bei der Zusammenstellung des neuen Systems eine elementare Rolle. Er hat sich freundlicherweise bereiterklärt, über das Setup zu sprechen. „Das Ziel war es, ein System zusammenzustellen, das für Keyboard, E-Drums, Playback, Autocue und Timecode zuständig ist. Gleichzeitig soll es aber dem Musikdirektor und den Musikern in der Band alle Freiheiten lassen, um ihren Klang zu entwickeln und während der Show von der Bühne aus zu kontrollieren. Wir reden hier von einer langen Tournee und die Show wird sich im Laufe der Zeit natürlich weiterentwickeln. Deshalb habe ich Wert darauf gelegt, dass das System großartig klingt und sehr robust ist, aber auch die Flexibilität bietet, um alle Änderungen im Laufe der Tour problemlos zu integrieren. Es laufen so viele wichtige Elemente der Show über dieses Rig, da darf es auf keinen Fall einen Schwachpunkt darstellen. Wir brauchten eine Lösung, die robust ist, keine Kompromisse bei Klang oder Verarbeitung macht und uns in keiner Weise zurückhält.“ Danach erklärte Will einige der Überlegungen, die bei der Zusammenstellung des neuen Systems eine Rolle spielten. So erläutert er die Ansprüche des Teams und die Gründe hinter den getroffenen Entscheidungen.

„Ich habe großes Glück, dass Ellie Gouldings Musikdirektor Joe Clegg sowie die Bandmitglieder genau wie ich große Freunde neuer Technologie sind. So konnten wir gemeinsam ein Rig entwickeln, das es uns erlaubt, die kreativen und technischen Möglichkeiten voll auszuschöpfen. Die Musiker sind allesamt echte Profis, wenn es darum geht, ihren Klang festzulegen und machen in der Software des Rigs viel selber. Deshalb musste ich Hardware auswählen, die Ihren Workflow nicht beeinträchtigt und ihnen die Leistung bietet, die sie brauchen. Gleichzeitig muss aber auch die Qualität, Zuverlässigkeit und Flexibilität gewährleistet sein, die für mich auf einer Tournee elementar sind. Und mit diesen Anforderungen war die Kombination aus RME und FERROFISH die logische Wahl.“

„Die MADI-Interfaces und -Switcher, die in der letzten Zeit erschienen sind, haben die Playback-Systeme revolutioniert. Ich sehe sie immer öfter auf Tourneen. Mit unserem System nutzen wir diese Technologie voll aus. Dadurch konnten wir die Anzahl der Kanäle, die Flexibilität und die Zuverlässigkeit verbessern. Gleichzeitig haben wir viel mehr Möglichkeiten beim Organisieren der Show. Das System bietet aber mehr als nur Playback. Es kontrolliert auch ganz komfortabel die Keyboards, die E-Drums, Playback, Autocue und Timecode. Schlussendlich haben wir uns für vier RME MADIface XT Geräte, den RME MADI Router, DirectOut EXBOX.BLDS MADI Switcher (für Redundanz beim Auto-Switching) und den FERROFISH A32 entschieden.”

„Die Klangqualität des FERROFISH A32 ist fantastisch und die Handhabung könnte nicht einfacher sein. Wir gehörten zu den ersten, die ihn bekommen haben, und hatten nicht viel Zeit für ausführliche Tests. Ich hatte schon vorher mit dem FERROFISH A16 gearbeitet und deshalb schon eine grobe Vorstellung von der Bedienung. Aber es ist wirklich unglaublich einfach: Wir haben ihn ausgepackt, ins Rack eingebaut, angeschaltet – und sofort hat er funktioniert wie er soll. Er ist sehr durchdacht und extrem intuitiv. Ich bin mir sicher, dass wir nur einen kleinen Teil seiner Möglichkeiten nutzen, aber für unsere Zwecke ist er einfach perfekt. Schon bei der Arbeit mit anderen Künstlern habe ich gute Erfahrungen mit RME-Produkten gemacht, deshalb wusste ich, dass sie gut funktionieren. Wir brauchten eine Lösung, die robust ist, keine Kompromisse bei Klang oder Verarbeitung macht und uns die Flexibilität bietet, die wir brauchen. Sie musste leicht nach oben und unten skalierbar sein für die verschiedenen Situationen, die bei einer solchen Tournee auftauchen.“

Will erklärte auch, warum die Wahl auf das RME MADIface XT fiel anstatt auf das kleinere RME MADIface USB, das ebenfalls zur Diskussion stand. „Es gibt eine Reihe von Gründen. Die RME MADIface USB Interfaces sind großartig, weil sie so kompakt sind. Aber unser Rig war nie dafür vorgesehen, dass man es als Handgepäck im Flugzeug mitnehmen kann, deshalb ist die Größe nicht so wichtig. Ein Grund, der für das XT spricht, ist das Anzeige-Display am Gerät selbst. Damit können Probleme während der Show schneller erkannt werden. Ein weiterer Grund ist, dass ich die XTs per Adapter über den Thunderbolt™-Port betreiben kann. Das gibt mehr USB-Ressourcen am Computer frei, wenn der Fokus voll auf MIDI liegen soll. Ich hatte nur wenig Zeit, das Rig zu testen und mit der Entscheidung für die XTs habe ich im Prinzip schon beim Erstellen des Systems Probleme gelöst.“

„Die Verwendung von MADI gibt mir mehr Flexibilität und bessere Optionen für das Kanal-Routing. Wir waren sehr ambitioniert mit unseren Vorstellungen für das Kanal-Routing und dank dieser Produkte konnten wir uns voll auf unser Design konzentrieren, ohne von der Hardware eingeschränkt zu sein. Mit diesem System können wir alles umsetzen, was uns einfällt – und das ist eine aufregende Sache!“

Im Folgenden sprach Will darüber, wie wichtig Redundanzen in einem Live-Playback-Rig sind. Das Team nutzt zwei identische Playback- und Keyboard-Rigs. Wenn es während der Show ein Problem gibt, übernehmen die Backup-Rigs nahtlos und es gibt keine Audio-Drop-Outs. „Das System besteht aus zwei Teilen – ein Keyboard-Rig und ein Playback-Rig, das auch für alle elektronischen Schlagzeug-Sounds zuständig ist und den Timecode für die FOH-Beschallung, die Beleuchtung und die Videoabteilung zur Verfügung stellt. Beide Teile des Rigs haben redundante Back-Up-Systeme, aber ich wollte auch die Möglichkeit haben, das Keyboard-Rig falls nötig über das Playback-Rig laufen zu lassen. Ich habe immer gerne verschiedene Optionen, sodass die Show auf jeden Fall problemlos abläuft, egal was passiert.“

Zum Schluss zeigte Will dann, wie die Show auf der Bühne abläuft. „Das Rig ist nicht auf der Bühne und wird von der Band ferngesteuert. Die Musiker auf der Bühne haben die volle Kontrolle über die Show. Wir haben 5 Keyboards und 2 Sample-Pads plus 9 Drum-Trigger am Schlagzeug – all das kommuniziert über MIDI direkt mit dem System. Ich überwache das Rig während der Show eigentlich nur, kann aber wenn nötig jederzeit Anpassungen vornehmen. Die Tournee ist wirklich lang. Wir sind mit der Tour durch Europa und das Vereinigte Königreich fertig, hier in der O2-Arena finden die beiden Abschlusskonzerte statt. Danach geht es direkt weiter nach Amerika für drei Monate. Dann folgen Festivals und anschließend touren wir Australien, Neuseeland und Asien. Dieses Rig reist mit uns um die ganze Welt, deswegen musste ich besonders robuste Produkte auswählen. Vor uns liegen noch viele Meilen und viele Shows!“

Vielen Dank an Will Sanderson.

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